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Entwicklung

15. September 2012

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird in deutschen Wörterbüchern „Entwicklung“ bzw. „entwickeln“ als „sich stufenweiße herausbilden“ oder „in einem Prozess fortlaufend in eine neue (bessere) Phase treten“ definiert. Der Begriff ist in unserem Sprachgebrauch eindeutig positiv konnotiert und drückt ein erstrebenswertes Ziel aus.
Untersucht man die Bedeutung des Begriffs Entwicklung im Nord-Süd-Kontext, wird allerdings klar, dass er ohne die koloniale Geschichte nicht zu denken wäre und nicht losgelöst von dem Konstrukt „Rasse“ funktioniert.
Im Zuge der „Aufklärung“ wurde „Entwicklung“ als Maßstab für menschliche Gesellschaften angewandt, wodurch es automatisch zu einer Hierarchisierung verschiedener Lebensweisen kommt. Die Einteilung und Bewertung von Gesellschaften diente dazu, koloniales Unrecht zu legitimieren.
So haben sogenannte entwickelte Gesellschaften per Definition bereits eine höhere bzw. die höchste Stufe dieses Entwicklungsprozesses erklommen. Auch heute noch liegt die Definitionsmacht über die Merkmale einer „entwickelten“ Gesellschaft im Globalen Norden. Dieser beschreibt sich jeweils mit seiner aktuellen Gesellschaftsform als überlegen und macht sich so zur globalen Norm.

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