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Weiß/Weißsein

15. September 2012

„Weiß“ und „Weißsein“ bezeichnen ebenso wie „Schwarzsein“ keine biologische Eigenschaft und keine Hautfarbe, sondern eine politische und soziale Konstruktion. Mit Weißsein ist die dominante und privilegierte Position innerhalb des Machtverhältnisses Rassismus gemeint, die sonst zumeist unausgesprochen und unbenannt bleibt. Weißsein umfasst ein unbewusstes Selbst- und Identitätskonzept, das Weiße Menschen in ihrer Selbstsicht und ihrem Verhalten prägt und sie an einen privilegierten Platz in der Gesellschaft verweist, was z.B. den Zugang zu Ressourcen betrifft. Eine kritische Reflexion von Weißsein besteht in der Umkehrung der Blickrichtung auf diejenigen Strukturen und Subjekte, die Rassismus verursachen und davon profitieren und etablierte sich in den 1980er Jahren als Paradigmenwechsel in der englischsprachigen Rassismusforschung. Anstoß hierfür waren die politischen Kämpfe und die Kritik von People of Color.

Wir schreiben in dieser Broschüre Weiß ebenso wie Schwarz auch als Adjektiv groß, um den Konstruktionscharakter zu verdeutlichen. Wichtig ist jedoch, dass die Großschreibung von Weiß nicht die gleiche Bedeutung transportiert wie die Großschreibung von Schwarz, welche als Symbol für den Widerstand gegen Rassismus gilt und in die eine Strategie der Selbstermächtigung eingeschrieben ist.

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